Nicht immer leicht zu erkennen

Um Deinem Hund helfen zu können, musst Du überhaupt erstmal feststellen, dass er Schmerzen hat. In den seltensten Fällen ist das so eindeutig wie bei einem Unfall, bei dem der Hund sich offensichtlich verletzt hat und vor Schmerzen fiept oder laut aufheult. Meistens reagieren die Tiere bei Schmerzen sehr gehemmt in ihren Bewegungen und wollen in erster Linie in Ruhe gelassen werden.

 

Wenn Dein Hund Schmerzen hat

Niemand erträgt gerne Schmerzen, das ist bei Hunden nicht anders als bei uns Menschen. Doch bei aller Vorsicht: auch das aufmerksamste Herrchen oder Frauchen kann nicht gewährleisten, dass der vierbeinige Freund gänzlich davon verschont bleibt. Wichtig ist hierbei, dass man den Ursprung der Schmerzen identifizieren und im nächsten Schritt gezielt lindern kann.

Alles ist gut – Warum Hunde keine Schmerzen zeigen wollen

Wir Menschen haben beim Thema Schmerzen einen entscheidenden Vorteil gegenüber unseren geliebten Vierbeinern: wir können unsere Gefühle artikulieren und wortreich beschreiben, in welcher Region des Körpers uns welche Art von Schmerz peinigt.

Viele Hunde machen den Schmerz hingegen zunächst mit sich selber aus und zeigen erst dann für das Herrchen oder das Frauchen gut erkennbare Schmerzsymptome, wenn der Schmerz kaum noch zu ertragen ist. Eine Erklärung für dieses Verhalten findet man in der Entwicklungsgeschichte des Hundes: Die Vorfahren des Hundes, die Wölfe, organisierten sich im Rudel mit einer festen Hierarchie, die gewisse Vorzüge beim Aufteilen der Beute mit sich führte. Natürlich wollte jeder Wolf seine Position innerhalb des Rudels verbessern, musste dazu aber immer auch einen Kontrahenten verdrängen.
In der Regel wurde die interne Rangliste über einen Zweikampf entschieden. Zeigte ein Wolf nun Schmerzen, signalisierte er seinen Kontrahenten im Rudel eine Art von Schwäche, die zu einem Positionskampf führen konnte. Dieses Verhaltensmuster wohnt unseren Hunden auch nach tausenden Jahren von Evolution und Domestikation inne.

Passe daher Momente ab, in denen Dein Hund sich unbeobachtet fühlt und achte auf eine eventuelle Schonhaltung oder untypische Bewegungen.

 

Hunde sind keine Simulanten!

Ob Du den Schmerz nun früh oder spät erkennst, in einem Punkt kannst Du Dir sicher sein: Hunde sind keine Simulanten. Wenn ein Hund Schmerzen zeigt, dann sind sie auch real vorhanden und müssen von Dir ernst genommen werden. Ein Hund der Schmerzen erleidet, der ist in seiner Lebensqualität auch stark beeinträchtigt! Gehe daher dem Ursprung der Schmerzen auf den Grund und helfe Deinem Hund mit geeigneten Maßnahmen durch diese Zeit.

 

 

Warum hat mein Hund überhaupt Schmerzen?

Jedes Lebewesen hat eine ganz eigene Schmerzempfindlichkeit, was es noch schwieriger macht, Schmerzen auch wirklich zu identifizieren, um sie dann schlussendlich auch behandeln zu können.

Bevor man sich mit dem Thema „Schmerzenerkennung“ beschäftigt ist es ratsam zu wissen, dass Schmerzen eine wichtige Rolle für die Gesundheit unseres Körpers übernehmen. Die Internationale Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (kurz: IASP) führt aus, dass es sich bei Schmerzen um ein sehr wichtiges Signal des Körpers handelt, dem man tunlichst Beachtung schenken sollte. Denn der Körper zeigt dadurch an, dass etwas nicht in normalen Bahnen abläuft und eine tatsächliche oder drohende Gewebeschädigung vorliegt. Diese Schädigung wird individuell wahrgenommen, zum Beispiel als brennender, schneidender, stechender oder pulsierender Schmerz. Das Lebewesen wird immer versuchen, den Schmerz durch entlastendes Verhalten zu lindern.

 

Gefahr erkannt – Schmerz gebannt!

Spürt der Hund den Schmerz, beginnt es intuitiv die betroffene Region zu schonen, um weitere Schmerzen auszuschließen.

Die Schonhaltung ist dabei von zwei Seiten zu bewerten: Einerseits begünstigt der Hund durch die Schonhaltung bereits einen ersten Heilungsprozess. Andererseits erkennst Du dadurch die Schmerzen erst später und kannst somit auch nur verzögert auf die Ursachen reagieren, was ein Voranschreiten der vorliegenden Erkrankung begünstigen kann. Auch führt die Schonhaltung zu einer Fehlbelastung des Bewegungsapparats und kann zu Verschleiß oder anders gearteten Beschwerden führen.

Am besten hilfst Du Deinem Hund also, wenn Du seine Schmerzen frühzeitig erkennst. Tatsächlich gibt es einige Anzeichen im Verhalten des Hundes, die auf Schmerzen hinweisen können. Wenn Du eines oder mehrere dieser Merkmale bei Deinem Hund ausmachen kannst, dann hast Du schon den ersten Schritt auf dem Weg zu einem genesenden Hund bewältigt. Denn nun kannst Du Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit Deines Hundes wieder herzustellen.

Bleib am Ball, es lohnt sich!

Das Thema „Schmerzen“ ist so vielseitig und wichtig, dass wir dazu in den nächsten Wochen noch weitere Artikel online stellen werden.

Unser Buchtipp!

Für ganz Ungeduldige gibt es hier noch zwei Buchtipps, die sehr gut in das Thema einführen.

Schmerzen beim Hund: Erkennen - Behandeln - Lindern

Auch Hunde haben Schmerzen: Dieser Ratgeber vermittelt dem Hundebesitzer das Wissen, damit er die Schmerzen seines Hundes erkennt und das Schmerzgeschehen verstehen lernt. Neben der schulmedizinischen
Behandlung durch Schmerzmittel befasst sich das Buch ausführlich mit alternativen Therapieformen.

Der Golden Retriever kann keine Treppen mehr steigen, die argentinische Dogge winselt bei Berührung, die Perserkatze frisst nicht mehr. Endstation Schmerzmittel – oder etwa doch nicht?
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wie Sie
die schmerzauslösenden Faktoren lokalisieren und welch breites Therapiespektrum Ihnen zur Verfügung steht.